FSME

TBE Virus

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) ist eine Viruserkrankung, die zur Entzündung des Gehirns, der Hirnhäute und/oder des Zentralnervensystems führen kann. Rund 30—40% der Infizierten werden tatsächlich krank. Die Dauer vom Zeckenstich bis zum Ausbrechen der Erkrankung (Inkubationszeit) schwankt zwischen wenigen Tagen und einem Monat. Die Krankheit verläuft typischerweise in 2 Phasen: in der ersten Phase treten grippeartige Symptome auf wie Fieber, Kopfweh und Gliederschmerzen. Bei ca. einem Drittel kommt es nach einem symptomfreien Intervall von etwa einer Woche zur zweiten Phase, in der die Krankheit auf das zentrale Nervensystem übergreift.

Je nach Beteiligung der einzelnen Hirn- und Nervenanteile können prinzipiell 3 Erkrankungsformen unterschieden werden:

  1. Hirnhautentzündung (Meningitis)
  2. Beteiligung der Hirnhäute und des Gehirns (Meningo-Enzephalitis)
  3. zusätzliche Beteiligung des Rückenmarks (Myelitis)

Je nach Schwere der Erkrankung kommt es zu entsprechenden Symptomen: starke Kopfschmerzen, hohes Fieber bis über 40 Grad, Nackensteifigkeit, Verwirrtheit und/oder Bewusstseinsstörungen. Es kann auch zu Lähmungserscheinungen, Gangstörungen, Krampfanfällen und/oder Atmungsstörungen kommen. Obwohl sich schwere Krankheitserscheinungen in den meisten Fällen innerhalb von 1 — 3 Wochen zurückbilden, kann die Rekonvaleszenz sehr lange dauern – lange Spitalsaufenthalte, eingeschränkte Arbeitsfähigkeit und eine erhebliche Beeinträchtigung der Lebensqualität sind oft die Folge (auch post-enzephalitisches Syndrom genannt). Auch bei einem leichteren Krankheitsverlauf kann es z.B. zu Persönlichkeitsveränderung und/oder Konzentrationsschwächen kommen.

Wichtig: Ist die Erkrankung einmal ausgebrochen, gibt es keine ursächliche Behandlungsmöglichkeit. Es können nur die Symptome gelindert werden.

Häufig gestellte Fragen

Anbei finden Sie eine Liste häufig gestellter Fragen rund um die Themen Zecken, FSME-Virus und der FSME-Impfung.

Ich plane einen (Kurz-)Urlaub in Österreich. Muss ich mich impfen lassen?

Ob eine Impfung an der Zeit ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab: von der Reisezeit (von März bis Oktober ist die Hauptaktivitätszeit der Zecken), dem Reiseziel und den geplanten Aktivitäten. Prinzipiell ist ein Stich und eine Infektion immer möglich und daher gilt eine Impfempfehlung ganzjährig und für das ganze Land, da man die eigenen Aktivitäten nicht immer genau planen kann. Ein Aufenthalt in der Natur – etwa beim Wandern, Radfahren oder Schwammerl suchen – ist häufig mit einem gewissen Infektionsrisiko verbunden. Ist man geimpft, braucht man nicht mehr darüber nachdenken, ob man gefährdet ist, ob das Gebiet von FSME betroffen ist oder wie man sich schützen könnte. Mit der Schnellimmunisierung gibt es zudem die Möglichkeit, relativ rasch vor Reiseantritt einen Impfschutz aufzubauen.

Wo gibt es außerhalb Österreichs FSME-Gebiete?

In weiten Gebieten Europas sind Zecken mit FSME-Viren verbreitet. Für folgende Länder beispielsweise ist ein (zum Teil hohes) FSME-Risiko bekannt: Deutschland (v.a. im Süden), Schweden (Süden), Finnland, Litauen, Lettland, Estland, Polen, Weißrussland, Russland, Tschechien, Slowakei, Slowenien, Norwegen, Schweiz, Ukraine (Liste nicht vollständig).

Wie kann man sich vor Zeckenstichen schützen?

Kleidung – lange Hosen und Ärmel, Hosenbeine in die Socken stopfen, feste Schuhe – und die Verwendung von Insektensprays können nur bedingt vor einem Stich schützen. Nach einem Aufenhalt in der Natur sollte der Körper nach Zecken abgesucht werden, da diese Spinnentiere auf der Suche nach einer geeigneten Einstichstelle längere Wegstrecken auf dem Körper zurücklegen und man sie vor dem Stich finden kann.
Auch falls die Zecke schon gestochen hat, ist eine rasche Entfernung wichtig, da die Übertragung der Borrelien erst nach einiger Zeit beginnt und somit noch verhindert werden kann. FSME-Viren werden hingegen sofort nach dem Stich übertragen. Einen möglichen Schutz vor einer FSME-Infektion bietet die vorbeugende FSME-Impfung.

Sind Insektensprays sinnvoll?

Diese bieten einen zeitlich begrenzten, gewissen Schutz, der aber niemals vollständig sicher sein kann.

Wieso bemerkt man den Zeckenstich oft nicht?

Im Speichel der Zecke befindet sich eine betäubende Substanz, sodass man den Stich nicht spüren kann. Zudem sucht sich die Zecke dünne, gut durchblutete Hautstellen (wie z.B. die Kniekehle oder in der Achselregion), wo sie die Haut relativ leicht einritzen und stechen kann.

Wer soll sich gegen FSME impfen lassen?

Ganz Österreich gilt als FSME-Endemiegebiet, d.h. in allen Bundesländern gibt es das FSME-Virus und es werden Erkrankungsfälle registiert. Somit gilt die Impfempfehlung für alle Personen ab dem vollendeten 1. Lebensjahr, die in Österreich leben oder nach Österreich reisen.

Hilft die „FSME-Verbreitungskarte Österreich“ bei der Entscheidung zur/gegen die Impfung?

Nachträglichen Erfassung von bereits aufgetretenen, diagnostizierten FSME-Krankheitsfällen, die mehreren österreichischen Universitätsinstituten gemeldet werden. Die Gebiete mit dokumentierten Infektionen sind in der Karte farbig markiert.
Durch dieses konsequente Meldesystem konnten viele Endemiegebiete rasch erfasst werden. Ein potenzielles Übertragungsrisiko besteht allerdings auch dort, wo bis heute kein FSME Erkrankungsfall bekannt geworden ist, da FSME Verbreitungsgebiete sich stetig verändern und ausbreiten. Die Zeckenkarte zeigt uns also nur, wo bislang Fälle aufgetreten sind, sollte aber nicht zur Impfentscheidung herangezogen werden. Hier gilt die Vorgabe: die Impfung ist für alle Personen sinnvoll, die in Österreich leben oder hierher reisen.

Kann ich mich direkt nach einem Zeckenstich impfen lassen (passive Immunisierung)?

Die Möglichkeit einer passiven Immunisierung (Immunglobuline) gibt es seit vielen Jahren nicht mehr. Für das Vorgehen einer aktiven Impfung nach einem Zeckenstich wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt/Ihre Ärztin, denn hier sollen bestimmte Zeitabstände eingehalten werden.

Welchen Schutz habe ich nach der 1. Teilimpfung, der 2. Teilimpfung und der 3. Teilimpfung?

Das ist bei jedem Impfling anders und hängt auch vom verwendeten Impfstoff ab. Nach der 1. Teilimpfung der Grundimmunisierung ist noch kein kompletter Impfschutz vorhanden. Etwa 2—3 Wochen nach der 2. Teilimpfung kann ein ausreichender Schutz für die aktuelle Zeckensaison erwartet werden. Nach der dritten Dosis hält der Schutz mindestens 3 Jahre lang an.

Bin ich bereits nach der 2. Teilimpfung ausreichend gegen FSME geschützt?

Bei den meisten Geimpften baut sich ab etwa 2—3 Wochen nach der Impfung ein ausreichender Schutz für die jeweilige Zecken-Saison auf. Für einen dauerhaften Schutz ist aber die 3. Teilimpfung unbedingt notwendig.

Wie lange dauert es nach der 2. Teilimpfung, bis ein Schutz aufgebaut ist?

Etwa 2—3 Wochen

Welche Nebenwirkungen kann die Impfung bewirken?

Die FSME-Impfung ist im Allgemeinen gut verträglich. An der Einstichstelle können lokale Reaktionen auftreten wie Rötung, Schwellung oder (Druck-)Schmerz, ähnlich wie bei anderen Impfungen. Manchmal kommt es zu Reaktionen, die den Körper betreffen können, wie allgemeines Unwohlsein oder grippale Symptome wie leichtes Fieber, Glieder- oder Kopfschmerzen.

Stimmt es, dass die FSME-Erkrankung bei Kindern einen milden Verlauf hat?

Studien zeigen, dass FSME-Erkrankungen, auch solche mit schweren Verläufen, in jedem Lebensalter auftreten, somit auch bei Kleinkindern. Der jüngste Patient in Österreich war 3 Wochen alt! Generell ist der Krankheitsverlauf bei Kindern in der Regel milder als bei Erwachsenen und es bleiben seltener Spätschäden zurück.

In welcher Jahreszeit sollte man zu impfen beginnen?

Um den Impfschutz schon am Beginn der saisonalen Zeckenaktivität im Frühjahr zu erreichen, liegt der bevorzugte Zeitpunkt für die 1. und 2. Teilimpfung in den Wintermonaten. Die 3. Teilimpfung soll vor Beginn der Zeckenaktivität der nächsten Saison verabreicht werden. Die Impfung ist aber grundsätzlich das ganze Jahr über möglich.

Warum wird die Auffrischungsimpfung ab 60 Jahren alle 3 Jahre empfohlen?

Untersuchungen haben gezeigt, dass die Antikörperspiegel mit zunehmendem Alter rascher abfallen und als Folge davon kein ausreichender Schutz mehr vorhanden ist. Dieses Phänomen ist auf die Alterung und das damit zusammenhängende Nachlassen der Funktionstüchtigkeit des Immunsystems zurückzuführen. Um immer einen ausreichend hohen Schutz vor der FSME zu haben, sollte in kürzeren Abständen aufgefrischt werden als bei Menschen unter 60 Jahren (hier ist es alle 5 Jahre empfohlen).

Der letzte Auffrischungstermin wurde vergessen – was kann ich tun?

Grundsätzlich gilt: Bei Versäumnis einer Impfung sollte man einen Arzt konsultieren. Je nach vorher verwendeten Impfstoff kann die Auffrischungsimpfung mit einer Dosis oder mehreren Dosen nachgeholt werden.

Wie entfernt man eine Zecke?

Zur Entfernung eignet sich am besten eine spezielle Zeckenpinzette oder ein Zeckenhaken (erhältlich in Apotheken oder in Tierhandlungen). Ansonsten einfach eine normale Pinzette verwenden und die Zecke möglichst weit vorne an den Mundwerkzeugen (damit sie nicht gedrückt, gequetscht oder in sich verdreht wird und sich vollständig entfernen lässt) packen und vorsichtig herausdrehen bzw. -ziehen.

Was tun wenn der Kopf beim Entfernen der Zecke stecken geblieben ist?

Man sollte gar nichts tun, der Kopf wird nach einigen Tagen von selbst abfallen. Sollte sich die Stelle entzünden, Desinfektionsmittel verwenden und/oder zum Arzt gehen.