Impfstoff

Der Impfstoff gegen die "Zeckenkrankheit" wurde ursprünglich in Österreich entwickelt. Die mittlerweile weltweite Produktion erfolgt heute in modernsten Anlagen in Niederösterreich. Der Impfstoff ist seit 35 Jahren erfolgreich bei der Impfung von Kindern und Erwachsenen im Einsatz.

Intensive Forschungs- und Entwicklungsarbeit steht hinter der hohen Wirksamkeit und ausgezeichneten Verträglichkeit des österreichischen Impfstoffes. Mit einer millionenfachen Anwendung seit 35 Jahren  kann auf langjährige Erfahrung und wissenschaftliche Beobachtung zurückgegriffen werden, die in den Dienst der Gesundheit jedes Einzelnen gestellt werden. Sowohl mit dem Impfstoff für Kinder und Jugendliche (halbe Dosierung bis zum vollendeten 16. Lebensjahr), als auch mit der vollen Impfstoff-Dosierung für Erwachsene sind Sie gegen FSME geschützt.

Nur der österreichische Impfstoff ist für folgende Altersbegrenzungen zugelassen:

  • für Kinder und Jugendliche zwischen dem 1. und 16. Lebensjahr: FSME-Junior-Impfstoff mit 0,25 ml Dosierung
  • für Personen ab dem 16. Geburtstag: FSME-Impfstoff mit 0,5 ml Dosierung

Die Schutzrate nach der Grundimmunisierung (3 Teilimpfungen) beträgt fast 100 Prozent. Bereits nach der 2. Teilimpfung ist man zu 97 Prozent gegen FSME geschützt. Durch die Impfung selbst kann keine Infektionskrankheit übertragen werden, selbstverständlich auch keine FSME.

Wie bei anderen Impfungen können bei der FSME-Impfung unter anderem auch vorübergehende lokale Reaktionen (Rötung und Schwellung im Bereich der Einstichstelle) sowie Allgemeinerscheinungen (wie etwa Abgeschlagenheit und Fieber) auftreten. Bezüglich Wirkung und möglicher unerwünschter Nebenwirkungen fragen Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker.

 

Nicht geimpft werden soll bei akuten, fieberhaften Erkrankungen (die Impfung soll zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen). Im Falle einer schweren Überempfindlichkeit (z.B. gegen Hühnereiweiß) wenden Sie sich bitte an Ihren Hausarzt.

Während der Stillperiode ist eine FSME-Impfung jederzeit möglich, in der Schwangerschaft sollte die Impfung als generelle Vorsichtsmaßnahme erst im 2. oder 3. Trimenon (14. - 26. bzw. 27. - 40. SSW) vorgenommen werden.

 

Der Impfstoff soll kühl aufbewahrt werden (Kühlschranklagerung bei +2° C bis +8° C). Sowohl Einfrieren als auch Lagerung bei höherer Temperatur muss vermieden werden, da Wirksamkeit und Verträglichkeit dadurch stark beeinträchtigt werden können.

 

Die österreichische Erfolgsgeschichte

In den 1920er Jahren erkrankten Waldarbeiter in der Nähe von Wiener Neustadt in Niederösterreich an einer Art Kinderlähmung. An die Zecken als Verursacher dachte damals noch niemand. Erst rund 30 Jahre später wurde das FSME-Virus entlarvt. Weitere 20 Jahre danach gelang dem Virologen Univ.-Prof. Dr. Christian Kunz die Entwicklung eines Impfstoffes.

Mit Hilfe eines Labors in London konnte eine kleine Menge an Versuchsimpfstoff hergestellt werden, den Kunz zunächst an sich selbst und in weiterer Folge an rund 80 freiwilligen Versuchspersonen – vorwiegend Labormitarbeiter –  testete. Nachdem die Schutzwirkung belegt war, wurden weitere 30.000 Personen geimpft.

Vor nun mehr als 30 Jahren, im Jahr 1976, übernahm die heimische Firma Immuno (heute Baxter) den Impfstoff zur Produktion. Vorrangig geimpft wurden zum damaligen Zeitpunkt die Hochrisikogruppen Forstarbeiter und Bauern, die im hohen Ausmaß an FSME erkrankten.

Später erkannte man, dass es sich um eine Freizeiterkrankung handelt und eine österreichweite Impfaktion wurde ins Leben gerufen. Seit damals wurden in Österreich rund 35 Millionen Impfungen verabreicht – mit Erfolg: Gab es in der Vorimpfära jährlich 700 bis 800 Erkrankungen, konnten diese 2007 auf einen Tiefstand von 46 FSME-Fällen gesenkt werden. Im vergangenen Jahr wurden  79 Erkrankungen registriert.

Weitere Anstrengungen sind daher  notwendig, um die Zahl der Opferbilanz wieder zu senken. Wichtig ist, das Impfschema und die empfohlenen Auffrischungsintervalle korrekt einzuhalten. Damit bietet die Impfung einen Schutz von fast 100 Prozent.