10.06.2010

Heuer bereits 10 Patienten an FSME erkrankt!

Die Gründe sind „schlampiges“ Impfverhalten – hohe 44 Prozent der Geimpften wissen nicht, wann ihre nächste Impfung fällig ist....

(Wien, am 31.05.2010) Bereits zehn Patienten müssen aufgrund der „Zeckenkrankheit“ FSME im Spital behandelt werden. Die Gründe sind „schlampiges“ Impfverhalten – hohe 44 Prozent der Geimpften wissen nicht, wann ihre nächste Impfung fällig ist – sowie Unterschätzung des Infektionsrisikos. Experten warnen: Wer ungeimpft ist oder die empfohlenen Auffrischungsintervalle nicht einhält, geht ein hohes Risiko ein, denn die FSME ist eine schwere Erkrankung.

Laut Meldung des Departments für Virologie der Medizinischen Universität Wien v. 28.05.2010 wurden heuer bereits zehn FSME-Fälle (Frühsommer-Meningoenzephalitis) diagnostiziert. Es handelt sich um die bekannten Zeckenhochburgen Steiermark mit vier hospitalisierten Patienten, sowie Oberösterreich mit drei  FSME-Fällen, zwei FSME-Erkrankungen wurden in Salzburg und eine FSME-Erkrankung in Kärnten registriert. Die Altersverteilung zeigt bekannte Tatsachen: Je zwei Patienten waren zwischen 31 und 40 bzw. zwischen 41 und 50 Jahre alt. Vier Erkrankungsfälle sind im Alter zwischen 51 und 60 Jahren, je ein Patient im Alter zwischen 7 und 14 Jahren bzw. 61 bis 70 Jahren. Damit ist wieder die aktive und mobile Generation „50 Plus“ am meisten betroffen.

Univ.-Prof. Dr. Michael Kunze, Leiter des Instituts für Sozialmedizin der Medizinischen Universität Wien stellt klar: „Die FSME-Impfung wurde heuer erstmals im österreichischen Impfplan sogar offiziell als Reiseimpfung verankert. Daher muss klar sein, dass gerade die österreichische Bevölkerung sich unbedingt gegen die schwere FSME-Erkrankung schützen muss, denn es gibt kein Bundesland das FSME-frei wäre. Bedauerlicher Weise trifft es jedes Jahr die jung gebliebene Generation 50 Plus am häufigsten, die ihre Freizeit aktiv in der Natur verbringt. Das Infektionsrisiko wird unterschätzt, die Auffrischungsintervalle werden vernachlässigt. Ein gefährliches Roulett-Spiel, denn es gibt keine Impfung nach Zeckenstich, nur die vorsorgende Impfung schützt.“ 

Eine Studie über das FSME-Impfverhalten 2009 von GfK-Austria bestätigt diese Tatsachen: Ein Viertel der Bevölkerung sieht nur ein geringes Risiko, an einem Zeckenstich zu erkranken. Auch herrscht Unklarheit über den nächsten fälligen Auffrischungstermin – hohe 44 Prozent der Geimpften wissen nicht, wann ihre nächste Impfung fällig ist. Sogar mehr als 1,1 Millionen Menschen wurden niemals gegen FSME geimpft.

„Es steht uns ein ausgezeichneter Impfstoff gegen diese Erkrankung zur Verfügung, daher ist es für mich unverständlich, warum sich immer noch so viele Menschen ungeimpft der Gefahr einer FSME-Infektion aussetzen“, so Christine Freund, Leiterin der Selbsthilfegruppe Zeckenopfer, die täglich mit dem Leid der Patienten und auch deren Angehörigen konfrontiert ist. “Wochen- bis monatelange Spitalsaufenthalte und Rekonvaleszenz bleiben den FSME-Opfern oft nicht erspart. Die Folgen einer FSME-Infektion spürt man meist ein Leben lang, Bewusstseinsstörungen und Lähmungen sind möglich, ein Zeckenstich kann sogar tödlich enden. Jeder – von Klein an bis ins hohe Alter sollte daher die Impfung nutzen, um sich diese Sorgen zu ersparen“, appelliert Frau Freund.

www.zecken.at mit Impfkalender und Impfreminder

Das FSME-Impfschema ist nach wie vor zu wenig bekannt. Auf der seit Februar online gestellten neuen Website www.zecken.at hilft ein interaktiver, einfach zu bedienender Impfkalender jedem Einzelnen, seinen individuellen FSME-Impftermin zu berechnen. Auf Wunsch wird man sogar per SMS oder E-Mail zeitgerecht an die nächste FSME-Impfung erinnert.

 
FSME-Impfstoff um fast 30 Prozent günstiger – noch bis 31. Juli!

Für eine Grundimmunsierung benötigt man drei Teilimpfungen innerhalb eines Jahres. Die erste Auffrischungsimpfung ist drei Jahre nach der dritten Teilimpfung fällig, bis zum 60. Lebensjahr ist der Impfschutz alle fünf Jahre zu erneuern, ab 60 Plus alle drei Jahre. Im Rahmen der Zeckenschutz-Impfaktion ist der FSME-Impfstoff noch bis zum 31. Juli um beinahe 30 Prozent günstiger. Die Schutzrate einer vollständigen Impfung beträgt fast 100 Prozent. Die FSME-Impfung ist das ganze Jahr über möglich und wird bereits ab dem 1. Lebensjahr empfohlen.