FSME-Gefahr steigt in alpinen Tälern, das Virus breitet sich weiter aus.
2009: 79 FSME-Fälle in Österreich!
Vergangenes Jahr wurden insgesamt 79 FSME-Fälle erfasst, mehr als 80 Prozent der Erkrankten waren über 40 Jahre alt. Das FSME-Virus breitet sich vor allem in alpinen Tälern aus. Neue Infektionsorte wurden in Vorarlberg und in der Steiermark erfasst.
In Zusammenarbeit mit den Hygieneinstituten der Medizinischen Universitäten Graz und Innsbruck wurden im Jahr 2009 am Department für Virologie der Medizinischen Universität Wien als österreichisches Referenzzentrum insgesamt 79 FSME-Fälle erfasst. Damit liegt die Erkrankungszahl zwar geringfügig unter jener des letzten Jahres mit 87 Fällen, bewegt sich aber im Bereich des Durchschnitts der letzten acht Jahre, also auf einem relativ niedrigen Niveau. Der Grund dafür ist die hohe Durchimpfungsrate der österreichischen Bevölkerung (86 Prozent im Jahr 2009), die zur Folge hat, dass seit dem Jahr 1997 eine Fallzahl von 100 nicht mehr überschritten wurde.
Oberösterreich, Steiermark, Kärnten und Tirol am stärksten betroffen
Die meisten Infektionen erfolgten wie üblich in den warmen Sommermonaten mit Erkrankungsspitzen im Juli und August und wurden zum größten Teil in den bekannten Endemiegebieten erworben. Oberösterreich nimmt mit 22 hospitalisierten FSME-Fällen Platz eins der Erkrankungsstatistik ein, gefolgt von der Steiermark mit 17 Erkrankungen, an dritter und vierter Stelle stehen Kärnten mit 12 und Tirol mit 11 FSME-Fällen.
Insgesamt waren, wie auch in den vergangenen Jahren, ältere Personen wieder überproportional von der FSME betroffen. 81 Prozent waren älter als 40 Jahre, 62 Prozent älter als 50 Jahre.
Neue FSME-Infektionsorte in der Steiermark und in Vorarlberg
Wie fast jedes Jahr sind auch 2009 wieder neue, bisher noch nicht erfasste Infektionsorte dazu gekommen, und zwar in der Steiermark im Mürztal (Krieglach) und Ennstal (Schladming), sowie in Vorarlberg im Montafon (St. Gallenkirch). Dies verdeutlicht den Trend, dass eine zunehmende Verbreitung des FSME-Virus – vor allem in alpinen Tälern – anhält. Vorarlberg ist ein besonderes Beispiel für die Entstehung und Entwicklung neuer FSME-Virusinfektionsorte: Nach dem ersten Auftreten der FSME im Jahr 2000 (Infektionsort nordwestlich von Bludenz) hat sich das Endemiegebiet in diesem Bundesland kontinuierlich vergrößert und reicht nun von der Region Feldkirch über Bludenz bis hinein ins Montafon. Welche Mechanismen zur Entstehung neuer Endemiegebiete führen, ist im Detail nach wie vor unbekannt; es ist allerdings wahrscheinlich, dass klimatische und damit ökologische Veränderungen in diesen Regionen eine entscheidende Rolle spielen.
Geringe Durchimpfungsrate fordert 815 FSME-Fälle in der Tschechischen Republik
In der Tschechischen Republik wird in den letzten 20 Jahren – mit den für die FSME typischen jährlichen Schwankungen – ein stetiger Anstieg beobachtet. Im vergangenen Jahr waren es 815 Fälle, also etwa zehnmal so viele wie in Österreich, die zum größten Teil durch die Impfung verhindert hätten werden können. Die Durchimpfungsrate hat zwar auch in der Tschechischen Republik in den vergangenen Jahren zugenommen, stagniert jetzt aber in einem Bereich von 15 bis 16 Prozent der Gesamtbevölkerung.
Die Sterblichkeitsrate der FSME liegt in Europa insgesamt zwischen 0,5 und 1 Prozent. In Österreich beträgt sie seit Ende der 70er Jahre 0,7 Prozent und hat sich seit Einführung der Impfung nicht verändert.

