Das Krankheitsbild der FSME

Für eine Infektion typisch ist der zweiphasige Krankheitsverlauf:

Phase 1:

Nach einer Inkubationszeit von ca. 7 bis 14 Tagen kommt es zur uncharakteristischen Symptomatik eines fieberhaften Infektes, oft auch mit hohem Fieber einhergehend. Dies klingt nach 1 bis 8 Tagen meist wieder ab.

Phase 2:

Bei etwa 1/3 der Infizierten tritt nach einem fieberfreien Intervall von ca. 1 bis 20 Tagen eine weit schwerere, zweite Erkrankungsphase auf. Deutlich höheres Fieber (bis über 40° C), Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit, Blutbildveränderungen charakterisieren den Beginn der Erkrankung. Je nach Beteiligung der einzelnen Hirn- und Nervenanteile können dann prinzipiell 3 Erkrankungsformen unterschieden werden:

  • Hirnhautentzündung
  • Beteiligung der Hirnhäute und des Gehirns
  • zusätzliche Beteiligung des Rückenmarks

Der Prozentzsatz schwerer Erkrankungsfälle beträgt bei FSME 5 bis 18 Prozent, ca. 2 Prozent verlaufen tödlich.

Post-enzephalitisches Syndrom

Obwohl sich schwere Krankheitserscheinungen in den meisten Fällen im Laufen von 1 bis 3 Wochen zurückbilden, kann die Rekonvaleszenz sehr lange dauern - lange Hospitalisationsdauer, eingeschränkte Arbeitsfähigkeit und Beeinträchtigung der Lebensqualität!

Die von der Literatur berichtete Häufigkeit post-enzephalitischer Syndrome liegt zwischen 35 und 58 Prozent. In Österreich leider auch nach dem Abklingen der akuten Phase 10 bis 20 Prozent der schwer erkrankten Personen an einer langfristigen oder dauernden neuropsychiatrische Folgestörung. Die kann sich unter anderem in starken Kopfschmerzen, Konzentrationsschwäche, Depressionen, Störungen des autonomen Nervensystems, Schwerhörigkeit und parathymischen Zuständen äußern.

An zweiter Stelle stehen Restlähmungen und Atrophien bei 3 bis 11 Prozent.

Kann die FSME behandelt werden?

Eine Therapie der FSME-Erkrankung ist nach heutigem Wissensstand nicht möglich, ausschließlich eine Behandlung bzw. Linderung der Symptome. Der einzig wirksame Schutz gegen die Erkrankung ist die aktive FSME-Impfung.